Auswahl von Whiteboards

Ein elektronisches oder interaktives Whiteboard (Smartboard) ist meist ein spezieller Monitor mit Touchscreen-Oberfläche, der mit einem Computer verbunden ist. Die Größe der Monitore reicht von Smartphone-Größe über Tablet- und Notebook-Displays bis zu 98 Zoll Diagonale oder mehr.

Der Einsatz reicht von einfachen Anzeigeflächen (Digital Signage) für Beschriftungen (z.B. von Besprechungsräumen), Anzeigetafeln (wie z.B. Wegweiser, Menükarten, Begrüßungstexte, Werbeeinschaltungen, Videoüberwachungsbilder) bis zu interaktiven Wänden zum Darstellen von Ideen, gemeinsamen Arbeiten an Dokumenten oder Objekten, Trainieren von Abläufen im medizinischen Bereich, uvam.

Für Kontrollzentren, Empfangsräume oder große Hallen sind Videowände mit Diagonalen von bis zu rund 600 Zoll verfügbar.

Die Whiteboards lassen sich an der Wand fix oder flexibel auf zum Teil fahrbaren Gestellen montieren.

Achten Sie auf die für Ihre Anwendung erforderliche Bild- bzw. Videoauflösung. Heute sind 4k- (3840 x 2160) und 8k- (7680 x 4320) Auflösungen Stand der Technik. Und zwar nicht nur für Ihre Videos, sondern auch für Ihre Inhalte. Videokodierungstechniken sollten laut Standard ITU-T H.265 / High Efficiency Video Coding (HEVC), Google’s VP9 oder andere implementiert sein, um geringere Bandbreiten bei der Übertragung von Whiteboard-Inhalten speziell über Weitverkehrsnetze zu belegen.

Alternativ gibt es seit vielen Jahren, speziell im Schulunterricht, auch weiße Präsentationsflächen, die ein Beamer (montiert über der Tafel, an der Decke oder Wand) anstrahlt und über spezielle Elektronik aus der Ferne bedient werden.

Je nach physischer Oberfläche und technischer Ausstattung des Whiteboards kann mit herkömmlichen oder speziellen Stiften, Finger, Gesten, Laserpointer, oder anderen Eingabeinstrumenten geschrieben oder gezeichnet werden.

Sie sind kreativ tätig und wollen Ihre Darstellungen durch Auswahl elektronischer Eingabewerkzeuge wie Pinsel-, Stift- oder Airbrush-Formen und Farben kreativ gestalten? Einige Whiteboards unterstützen Sie dabei.

Händisch eingegebene Texte und Graphiken wandeln einige Lösungen unterstützt durch automatische Zeichen- und Graphikerkennung in Worte, Figuren und Flussdiagramme um.

Da Geschwindigkeit immer wichtiger wird, sollten Sie überprüfen, wie schnell das Whiteboard auf Ihre Eingaben reagiert und Texte oder Graphiken darstellt oder konvertiert.

Fragen Sie Ihren Anbieter, wie Sie Videos unterschiedlicher Quellen (wie z.B. Youtube, Vimeo) in die Oberfläche des Whiteboards einbinden können.

Wenn wir schon bei der Darstellung externer Inhalte sind: denken Sie auch daran, dass Sie Ihre bestehenden Apps, aber auch viele neue, die Ihr zukünftiges Anwenderverhalten unterstützen, mit und auf Ihrem Whiteboard nutzen wollen. Prüfen Sie daher, welche Ihrer Apps auf dem Whiteboard laufen und welche weitere Apps verfügbar sind (aus unterschiedlichen App-Stores)

Einige Systeme können die interaktiven Informationen live zu anderen Stellen (ortsunabhängig) übertragen und mit Daten anderer Whiteboards kombinieren. Das ist wichtig bei z.B. räumlich verteilten Besprechungen.

Fragen Sie Ihren Anbieter, welche Inhalte das Whiteboard darstellen und kombinieren kann (z.B. Videos mit Handzeichnungen, Präsentationsfolien mit Handnotizen). Interessant kann es auch sein, wie viele Boards pro Konferenzraum ein System gleichzeitig unterstützt. Auch die maximale Anzahl (Summe) aller Boards in einer Konferenz ist wichtig.

Nutzen Sie das Whiteboard in Besprechungsräumen? Ihre Teilnehmer schätzen flexible Anbindungen von z.B. Notebooks, um ihre Präsentationen rasch und interaktiv auf das Whiteboard zu bringen. Drahtlose Schnittstellen wie WLAN, Bluetooth oder Near Field Communications (NFC), aber auch drahtgebundene wie USB, Ethernet, HDMI, DVI, DisplayPort oder Intel Open Pluggable Specification (OPS) sollten mit an Bord sein.

Wollen Sie die interaktiv angebrachten Texte und Graphiken zu Dokumentationszwecken archivieren, so achten Sie auf Speicherfähigkeit und -ort des Systems, sowie die dazu unterstützten Datenformate und Systeme, mit denen diese Daten wieder darstellbar sind.

Sie wollen Whiteboards mit Augmented Reality bzw. Virtual Reality kombinieren, um noch intensiver an Themen zu arbeiten? Einige Anbieter entwickeln Lösungen für Konferenzteilnehmer mit Datenbrillen, die an virtuellen Objekten in 3 Dimensionen arbeiten. Diese Lösungen verwandeln zweidimensionale Whiteboards in dreidimensionale virtuelle Räume. Auf erweiterten virtuellen Pinwänden lassen sich Notizen anheften, verschieben, Dokumente öffnen und bearbeiten.

Die Offenheit der Lösung zur Integration von Whiteboards in bestehende Unified Communications & Collaborations-Lösungen wird für viele Firmen immer wichtiger. Gängige Plattformen wie Cisco Webex oder Microsoft Teams, aber auch Videokonferenzsysteme von BlueJeans, Lifesize oder Zoom sollte die Lösungen unterstützen, um eine gewisse Zukunftssicherheit zu gewährleisten.

Weitere Informationen passend zum Thema „Videokonferenzsysteme“:

Online-Seminare:

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Über den Autor

Ronald Schlager ist unabhängiger Trainer, Consultant und Blogger mit den Schwerpunkten Kommunikationstechnologien und deren Anwendungen.

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