SD-WAN – Welche Implementierungen sind verfügbar? – Teil 2

SD-WAN-Appliance

Die Art der SD-WAN-Implementierung (Software Defined Wide Area Networks) bestimmt deren Nutzen für den Kunden. Dieser Teil beschreibt Appliance- und Provider-Lösungen. Der Teil 1 beschreibt Implementierungen im Router und in Firewalls.

SD-WAN-Appliances:

SD-WAN-Appliances sind spezielle Geräte, die Sie zwischen Ihr internes Netzwerk und den von Ihnen genutzten WANs schalten. Typischerweise ist keine spezielle Konfiguration erforderlich. Die Geräte wurden entwickelt, damit Sie Ihre WAN-Pfade optimal nutzen. Dabei sind umfangreiche Dienste und Funktionen vorhanden. Es sind mindestens zwei Geräte (an jedem Ende eines Pfades) erforderlich.

Nach der Installation verbinden sich die SD-WAN-Appliances mit Cloud-Diensten, aus denen sie Konfigurationsdaten und andere Informationen für den Betrieb erhalten. Als Administrator müssen Sie meist nur dann eingreifen, wenn Änderungen an WAN-Anbindungen notwendig sind. Für komplexere Anforderungen sind Verwaltungszugänge zum zentralen Cloud-Dienst erforderlich, über den die komplette Lösung zu verwalten ist.

Beispiele für unterstützte Funktionen dieser Lösungen sind WAN-Optimierung mit Kompression, Bandbreitenmanagement, Lastaufteilung, Linkumschaltungen, Anwendungs-spezifische Priorisierung, Parallelführung einzelner Sitzungen, aber auch Caching von Daten, die wiederholt zu Anwendern zu übertragen sind, gehört zur funktionalen Ausstattung von SD-WAN-Appliances. Weitere Funktionen sind die Anbindung an Cloud-Dienste diverser Anbieter (wie Amazon, Google, Microsoft, Salesforce, und viele andere) oder die Einbindung mobiler Geräte (mit Authentifizierung, Verschlüsselung, Gerätemanagement, uvam.). Die optimierte Nutzung von Pfaden (z.B. durch gleichzeitige, parallele Übertragung eines IP-Pakets in Kopie über mehrere Wege) beschleunigt die Kommunikation der Anwendungen.

SD-WAN vom Provider

SD-WAN-Dienstanbieter stellen eine Fülle von Diensten und Zugangsarten bereit. Meist betreiben sie eigene Backbone-Netze und eine große Zahl an Netzzugangspunkte mit unterschiedlichen Technologien. Fragen Sie Ihren Anbieter, welche Zugangsart in welchem Land verfügbar ist.


SD-WAN-Provider überwachen ihre Netze in Echtzeit und stellen meist global Dienste, wo gefordert, mit hoher Qualität zur Verfügung. Über Verwaltungsportale können Sie selbst Ihre SD-WAN-Lösung verwalten, wie Sie es wünschen.

Je nach Anforderungen lassen sich viele Dienste definieren. Der Vorteil von SD-WAN-Provider-Diensten ist, dass Sie sich nicht um die Realisierung der Anbindungen an die Netze, um die Kooperation zwischen unterschiedlichen Providern oder die Zusammenarbeit von Geräten an unterschiedlichen Standorten kümmern müssen. Außerdem überwacht der Provider die für Sie erforderlichen Kapazitäten und passt sie gegebenenfalls an. Selbst Service-Vereinbarungen, die Sie früher je Provider vereinbarten und überwachen mussten, gehören der Vergangenheit an.

Spezielle Provider betreiben mandantenfähige Lösungen. Das heißt, sie bieten SD-WAN-Dienste für andere Provider an. Der Vorteil: Sind Sie ein Provider, der keine eigene SD-WAN-Infrastruktur aufbauen will, so bieten Sie Ihren Kunden diese SD-WAN-Dienste unter Ihrem Namen (als virtuelle Operators) an. Optimal für Sie ist die Lösung dann, wenn Sie den Kundenverkehr dabei über Ihre eigenen Netze übertragen.

Links:

Webinar „SD-WAN – Was ist das?
Seminar „SD-WAN auswählen und einsetzen

Über den Autor

Ronald Schlager ist unabhängiger Trainer, Consultant, Buchautor und Blogger mit den Schwerpunkten Kommunikationstechnologien und deren Anwendungen. Gereiht als #23 in Onalytica´s List of Top 100 Influencers of “Unified Communications”

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Quelle Beitragsbild: pixabay.com, Künster: geralt