Online-Trainings via Social Media

Social Media-based Training

Online-Trainings gibt es auf vielfältige Art und Weise. Je nach Thema und Ausbildungsziel sind geeignete Formen auszuwählen. Hier die Beschreibung zu meinem ersten Seminar „Mobile Data Services“ mit Hilfe sozialer Netze.

Da meine Seminare hauptsächlich Informationen über Kommunikationstechnologien und -standards, Märkte und Marktteilnehmer sowie Austausch von praktischen Projekterfahrungen behandeln und keine Fähigkeiten zur Bedienung oder Konfiguration von Computer oder Netzwerkelementen vermitteln, sind in meinen Seminaren üblicherweise keine praktischen Übungen an Geräten vorgesehen.

Für mich ergaben sich daraus in der Vergangenheit zwei Varianten der Wissensvermittlung:

Variante 1: Live-Seminare

Live-Seminare mit Vortragendem in Seminarräumen, angeboten als öffentliche Veranstaltungen mit voller Verpflegung oder firmenintern für eine ausgewählte Gruppe von Anwendern. Das ist die traditionelle Ausbildungsvariante, wie sie seit jeher praktiziert wird.

Die Vorteile liegen auf der Hand: geballte und umfangreiche Information zum Seminarthema, individuelle und unmittelbare Beantwortung von Fragen, interaktive Lerngestaltung mit unmittelbarem Erfahrungsaustausch zwischen Trainer und Teilnehmern sowie umfangreiche Unterlagen.

Die manchmal empfundenen Nachteile: erforderliche Anwesenheit der Teilnehmer zu vordefinierten Zeiten, eventuell anfallende Reisekosten, Inhalt und Vortragsgeschwindigkeit angepasst an den Großteil der Teilnehmer, aber mit dem Risiko, einzelne Teilnehmer nicht voll „mitzunehmen“.

Das sind einige Punkte, die Firmen veranlassen, immer mehr in Online-Ausbildung zu investieren.

 

Variante 2: Online-Seminare (Webinare)

Seminare über das Internet (sogenannte Online-Seminare oder Webinare) werden immer häufiger angeboten. Das Kursangebot ist mittlerweise riesig, der Erfolg hingegen umstritten.

Bei dieser Variante ist zwischen einen Live-Seminar (mit Konferenzfunktion für Sprach- und eventuell Videoübertragung sowie Präsentation von Inhalten) und aufgezeichneten Seminaren zu unterscheiden. Feedback von Teilnehmern erfolgt häufig über Live-Chats.

Vorteile von Online-Seminaren: weder der Trainer noch die Teilnehmer müssen zu Veranstaltungsorten fahren (Reisekosten entfallen), die Seminardauer ist meist auf ein bis zwei Stunden beschränkt (geringer Vorbereitungsaufwand, wenig Zeitaufwand beim Teilnehmer) und die Anzahl der Teilnehmer ist praktisch unbeschränkt. Bei aufgezeichneten Webinaren fallen zwar umfangreiche Aufwendungen für die erstmalige Erstellung der Online-Inhalte an, danach sind die Trainings 24 Stunden pro Tag und an 7 Tagen pro Woche verfügbar. Der Teilnehmer bestimmt Ort, Zeit und Tempo des Trainings nach seinen Bedürfnissen.

Herausforderungen der Online-Trainings: meist erhält der Teilnehmer keine Seminarunterlagen, die Beantwortung von Fragen ist beschränkt, eine tiefergehende Diskussion zu einem Thema praktisch nicht möglich.  Die Motivation zum Besuch des Trainings ist nicht so groß und die Abbruchrate sehr hoch. Ein individuelles Eingehen auf den Bedarf einzelner Teilnehmer ist meist (aufgrund der Anzahl der Teilnehmer am Online-Training) praktisch nicht möglich.

Das Angebot von Online-Trainings reicht von anbieterspezifischen Plattformen über Lösungen bekannter Plattformbetreiber, die auch Audio- und Videokonferenzdienste anbieten bis hin zu spezialisierten Trainings-Plattformen, die Online-Kurse verschiedener „Inhaltslieferanten“ gratis oder kostenpflichtig bereitstellen.

 

Variante 3: Online-Seminare mit Hilfe von Social Media-Kanälen

Diese Variante bedient sich eines oder auch gleichzeitig mehrerer Kanäle sozialer Netzwerke zum Verbreiten der Inhalte. Dabei werden die Trainingsinhalte in Form von Kurznachrichten mit Fotos oder Links zu weiteren Informationen gepostet. Interessenten sind die Nutzer dieses Kanäle. Eine spezielle Ausstattung auf Client-Seite ist nicht erforderlich. Jeder, der einen dieser Kanäle nutzt, kann unmittelbar in der Timeline des Anbieters oder Profils auf die Inhalte zugreifen. Benutzer stellen Fragen über z.B. Tweets oder Direct Messages. Auch die Antworten können unmittelbar über die gleichen Kanäle gesendet werden.

Vorgangsweise:

  1. Auswahl der Social Media-Kanäle
  2. Definition des Themas (hier: „Mobile Data Services“) und Entwicklung der Seminarunterlagen (Microsoft PowerPoint)
  3. Speicherung der Unterlagen (jeder einzelnen Microsoft PowerPoint-Seite) eines Seminarkapitels in Form von Fotos (*.jpg).
  4. Auswählen des „besten“ Zeitraums zum Posten einer Nachricht. Meine Annahme: Leser informieren sich während der Mittagszeit (12:00 +/- 1 Stunde). Die Zielgruppen sind weltweit verteilt, die bevölkerungsreichsten Gegenden haben Mittagspausen zu folgenden MEZ: 05:00, 7:00, 11:00, 13:00, 18:00 und 20:00.
  5. Vorbereitung der Posts mit Scheduling-Tool
  6. Automatische Postings zu den oben genannten Zeiten über folgende Accounts:
  1. Beobachtung der Anwenderaktivitäten, laufende Kommunikation mit Anwendern

Vorteile der Social Media-Kanäle: Fragen und Diskussionen der Leser über das gleiche soziale Netzwerk, extrem hohe Reichweite, geringer Aufwand (mit Ausnahme der Erstellung der Inhalte), zusätzliche Verbreitung des Inhalts über Retweets, Feedback über Likes, Gewinnung neuer Interessenten, Erhöhung des Bekanntheitsgrads.

Herausforderungen: je nach Zeitpunkt der Postings und Anzahl an Postings für ein Seminar sehr unterschiedliche Seminardauer, Seminar muss „entdeckt“ werden, wenig Erfahrung über Umgang mit Feedback über soziale Kanäle, Leser sind Menschen unterschiedlicher Kulturkreise.

 

Update des Blogs am 14.2.2017

Ablauf des Online-Trainings

Die Unterlagen bestehen aus 17 Folien. Die erste Seite wurde am 6. Februar 2017 veröffentlicht:

Danach folgten alle weiteren Folien, nur unterbrochen von je einem Tweet mit dem Link zu diesem Erfahrungsbericht.

Die Seite mit den meisten „Impressions“ (220 in einer Woche) war „7/17 Mobile services cover ranges from about 10m (like #BlueTooth TM) up to continental reach (#satellite services).”

Die letzte Seite wurde am 9. Februar 2017 veröffentlicht:

Aktivitäten in sozialen Netzen und auf der Website

Das Online-Training führte in den Kanälen zu folgenden Aktivitäten:

Twitter

Die meisten “Organic Impressions” fanden am 7. Februar 2017 statt (1344).

Die durchschnittliche Anzahl neuer Followers auf Twitter reduzierte sich in den Tagen während des Online-Trainings (auf ca 5 pro Tag).

Folgender gepinnte Tweet wurde einige Tage nach dem Seminar mehrfach „geliked“ und „retweeted“.

Facebook

Auf Facebook erreichte das Training  jeweils 3 bis 4 organische Besucher je Seite.

LinkedIn

Auf LinkedIn gab es für die erste Seite des Online-Trainings ein Like, sonst waren keinerlei Aktivitäten oder neue Besucher zu beobachten.

Website

Die deutschsprachige Website konnte keine nennenswerten Zuwächse bei den Besucherzahlen verzeichnen. Die über Google Analytics erkannten Aktivitäten in sozialen Netzen waren unbedeutend.

Die englischsprachige Website hingegeben erhielt mehr Besucher und die Empfehlungen in sozialen Netzen waren deutlich höher als zu anderen Zeiten.

 

Schlussfolgerung

Die Zugriffszahlen und Reaktionen auf Twitter waren interessant. Reaktionen in anderen sozialen Netzen waren praktisch nicht vorhanden. Weitere Online-Trainings zu unterschiedlichen Themen sind erforderlich, um Erfahrungen zu sammeln.

 

Feedback

Setzen Sie in Ihrem Unternehmen Online-Trainings ein? Welche Erfahrungen haben Sie gesammelt? Wie sehen Sie den Einsatz sozialer Netze für Trainings allgemein?

Schreiben Sie mir über Ihre Erfahrungen!

 

Resourcen

Links zum Thema

Seminarunterlagen von Ronald Schlager

Seminare von Ronald Schlager

Über den Autor

Ronald Schlager ist unabhängiger Trainer, Consultant, Buchautor und Blogger mit den Schwerpunkten Kommunikationstechnologien und deren Anwendungen.

Ronald Schlager´s Profiles:
Ronald Schlager´s Bio, Amazon, Facebook, LinkedIn, Smashwords, Twitter, Xing

 

Quelle Beitragsbild: Pixabay.com, Künstler: Wokandapix