Mobilfunk – Wo sparen Sie? – Teil 3

Der aktuelle dritte Blog beschreibt Dienst- und Tarifpakete und sonstige Leistungen der Mobilfunk-Dienstanbieter und bietet weitere Tipps zur Kostensenkung. Der erste Blog dieser Serie behandelte Rufnummern und deren Auswirkungen auf Kommunikationskosten. Der zweite Blog stellte die Grund- und Verbindungsgebühren der einzelnen Dienste vor.

Pauschalierte Tarifpakete

Tarifpakete unterscheiden sich grundsätzlich nach der Art der Nutzung (privat, beruflich) und dem Umfang der enthaltenen Leistungen (z.B. inklusive Smartphone oder Tablet).

Beachten Sie, dass bestimmte Tarifmodelle nur für bestimmte Mobilfunkdienste (z.B. LTE) oder eine bestimmte Vertragsdauer verfügbar sind.

Der Nutzer zahlt einen fixen Betrag im Monat, in dem meist eine pauschalierte Anzahl an Verbindungsminuten und SMS/MMS und / oder Datenmenge (meist in GB) enthalten sind. Bei Überschreitung des definierten maximal  inkludierten Volumens verrechnet der Provider die darüber hinausgehenden Mengen nach einem festgelegten Entgeltschema.

TIPP: Provider bieten Tarifpakete oft nur für limitierte Zeit an. Gewisse technische Funktionen stehen je nach Netzausbau noch nicht flächendeckend zur Verfügung oder es ist deren Abschaltung geplant (z.B. Faxübertragung über Mobilfunknetz mit Leitungsvermittlungstechnologie, Quelle: https://cdn3.a1.net/final/de/media/pdf/EB_A1_Go_L.pdf).

TIPP: planen Sie vor Beauftragung des Providers genau, welche Dienste Sie benötigen und verhindern Sie häufige Tarifmodellwechsel, die kostenpflichtig sind.

TIPP: analysieren Sie regelmäßig die tatsächliche Nutzung der gewählten Tarifmodelle, um Zusatzkosten bei Überschreitungen der Pauschalvolumen zu verhindern. Analysieren Sie aber auch, ob die gewählten Pauschalpakete zu hoch dimensioniert sind, um zu hohe monatliche Kosten für nicht genutzte Gesprächsminuten oder Datenmengen zu verhindern. Hin und wieder laufen auch Verträge für ungenutzte SIM-Karten. Diese finden Sie nur mit der Analyse des aktiven Kommunikationsverhaltens.

 

Mobiles Bezahlen („Mobile Payment“)

Das Service ist geeignet für die Bezahlung digitaler Inhalte, Dienste und Waren mit geringen Kosten.

Kunden kaufen Klingeltöne, Spiele, Musik, Abos, Apps, Parkscheine („Handy Parken“), Bahntickets (z.B. mit der „ÖBB-Ticket App“) und vieles anderes.

Manches davon ist für Geschäftskunden interessant, anderes ist reines Privatvergnügen.

Überprüfen Sie, ob bei Ihren gewählten Tarifpaketen mobiles Bezahlen automatisch freigeschalten ist.

Tipp: Sperren Sie Abbuchungsmöglichkeiten von Abos und Einzelkäufe von Drittanbietern (nicht des Abos direkt!)

Kontaktloses Bezahlen

Viele Mobilgeräte, aber auch Kreditkarten sind mit Near Field Communications (NFC) Technologie ausgestattet. Diese Funktechnik erlaubt das kontakt- und bargeldlose Bezahlen von Kleinbeträgen ohne Eingabe von PINs oder Einstecken von Plastikkarten in Kartenlesegeräte. Die Nutzung erfolgt mit Smartphone, Tablet oder anderen NFC-tauglichen Geräten in Verbindung mit NFC-tauglichen Bezahlterminals.

TIPP: achten Sie im Interesse der Nutzer mobiler Firmengeräte auf ausgelöste Abbuchungen durch kontaktlose Bezahlvorgänge.

 

M2M-Gebühren

M2M steht für Machine-to-Machine-Kommunikation und ist gedacht zur Übertragung kleiner Datenmengen von Computersystemen, die in Geräten des täglichen Lebens (z.B. Autos, Wasserstandsmesser, Temperaturfühler,…) verbaut (eingebettet, „embedded“) sind.

Diese Geräte senden wenige Daten, haben eventuell keine Empfangslogik für SMS integriert und arbeiten ohne menschliches Zutun.

Gesonderte Techniken und / oder Tarifpakete stehen für M2M-Anwendungen bereit. In diesem Fall sind Tarifpakete für kleine Datenmengen und geringere Datenrate festgelegt.

Tipp: da M2M- (bzw. „Internet of Things“-Lösungen) meist aus einer großen Zahl an einzubindenden Endgeräten bestehen, ist die Auswahl des optimalen Tarifmodells besonders wichtig.

 

Sonstige kostenpflichtige Leistungen

Die Provider verrechnen für den Wechsel der Tarifpakete, Vertragsübertragungen oder Rufnummernwechsel separate Gebühren, die in den Tarifverträgen anzuführen sind. Die Reaktivierung gesperrter SIM-Karten, eine etwaige Rufnummern-Mitnahme (Portierung), und viele andere Sonderleistungen werden separat verrechnet.

TIPP: informieren Sie sich vor der Bestellung bzw. Auswahl der jeweiligen Tarifmodelle und –optionen über die Vertragsdetails und das Kommunikationsverhalten Ihrer Anwender, um häufige (kostenpflichtige) Vertragsänderungen zu verhindern.

 

Generell gilt:

Achten Sie darauf, mit wem Sie einen Vertrag abschließen. Grundsätzlich gibt es in Österreich oder Deutschland eigene Festnetz- bzw. Mobilfunk-Netzbetreiber.

Zusätzlich sind virtueller Betreiber ohne eigene Infrastruktur am Markt aktiv, die Dienste für spezielle Zielgruppen anbieten, wie z.B. Auslandstelefonate in bestimmte Zielländer mit besonders niedrigen Tarifen.

Einige Anbieter sind rein national, die meisten aber international tätig.

Drittanbieter von Mehrwertdiensten (z.B. Handy-Parken, Dienste mit 09xx-Rufnummern) bieten in einigen Fällen ihre Dienste aus dem Ausland aktiv an, was die rechtliche Durchsetzung von Kundenansprüchen erschwert.

Achten Sie auch auf Mindest-Vertragslaufzeiten, Mindestumsätze und Kündigungsfristen.

 

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Resourcen:

Buch „Mobilfunk-Technologien

Web-Service „Kostenmanagement

 

Über den Autor:

Ronald Schlager ist unabhängiger Trainer, Consultant, Buchautor und Blogger mit den Schwerpunkten Kommunikationstechnologien und deren Anwendungen.

 

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