Mobilfunk – Wo sparen Sie? – Teil 1

Um Potentiale zur Kostensenkung im Festnetz- und Mobilfunkbereich zu erkennen, ist vorab zu klären, welche Dienste Sie heute mit welchen Tarifen nutzen. Der erste Blog dieser Serie stellt die Rufnummern vor und die damit verbundenen Gebühren unabhängig von der genutzten Anschlusstechnik und angebotenen Tarifpaketen.

Nationale und internationale Rufnummernbereiche

In Österreich veröffentlicht die Rundfunk- und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) auf ihrer Webseite http://www.rtr.at die Rufnummernkreise für Österreich. Andere Länder haben andere Rufnummernbereiche festgelegt. Gewisse übergreifende (weil internationale) Rufnummernbereiche sind in anderen Ländern gleich (z.B. Notrufnummern, Hotlines).

Rufnummern erhalten Anwender von ihrem Provider. Provider erhalten ihre Rufnummernbereiche in Österreich von der RTR, in Deutschland von der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (http://www.bundesnetzagentur.de/).

 

Kosten für Rufnummern (allgemein)

Die Gebühren für bereitgestellte Rufnummern sind von der Art der Rufnummer abhängig. Die Mitnahme der Rufnummer von einem Provider zum nächsten (Portierung) kann kostenpflichtig sein.

Kosten für Anrufe (allgemein)

Die Gebühren für Kommunikationsdienste (z.B. Festnetz, Mobilfunk) werden von Providern unter Berücksichtigung von regulatorischen und gesetzlichen Gegebenheiten gestaltet (Tarifierung).

Die Gesamthöhe der Gebühr pro Anruf (Rufziel ist eine Rufnummer) wird auf Basis eines Minutenentgelts oder eines Ereignisses (Anruf, SMS) festgelegt (Details zur Taktung folgen später).

Die Gebühren werden dem Anrufer bei Quellnetz-tarifierten Diensten vom Provider vertraglich festgelegt.

Bei Zielnetz-tarifierten Diensten legt der Gerufene („Dienstanbieter“) den Preis pro Minute bzw. pro Ereignis fest. Bestimmte maximale Obergrenzen sind definiert.

 

Übersicht über Rufnummernbereiche

Teilnehmernummern im geographischen Rufnummernbereich

Die Vorwahl der Rufnummer gibt an, in welchem geographischen Gebiet sich der zugehörige physische Anschluss befindet.

Die Grundgebühr ist von der physischen Realisierung (analog, ISDN, NGV oder GSM) abhängig. Die Gebühren für Gespräche sind bei nationalen Verbindungen teilweise abhängig von der Distanz zwischen den Teilnehmern, der Tages- / Nachtzeit und dem Wochentag (Arbeitstag, Wochenende). Bei internationalen Verbindungen sind die Tarifzonen (sprich: internationale Entfernungen zwischen den Gesprächspartnern) und die Rufziele (z.B. Teilnehmer, die nur über Satelliten erreichbar sind) für die Kosten verantwortlich.

Teilnehmernummern öffentlicher mobiler Kommunikationsdienste (z.B. 0650, 0657, 0699,…)

Der Rufnummernkreis ist reserviert für Mobilfunkdienste. Die Vorwahl der Rufnummer gibt an, welchem Provider die Rufnummer ursprünglich zugewiesen wurde (er ist der „Ankernetzbetreiber“). Bei der Rufnummernmitnahme (Portierung) überträgt der Ankernetzbetreiber wichtige Informationen an einen anderen Provider, damit dieser sein Mobilfunkservice für diese Rufnummer erbringen kann.

Die Grundgebühr hängt vom gewählten Tarifmodell ab.

Die Verkehrsgebühren (Gebühren für Gespräche) sind bei nationalen Verbindungen teilweise abhängig von der Tages- / Nachtzeit und dem Wochentag (Arbeitstag, Wochenende). Bei internationalen Verbindungen sind die Tarifzonen (sprich: internationale Entfernungen zwischen den Gesprächspartnern) und die Rufziele für die Kosten hauptverantwortlich.

Große Einsparungspotentiale ergeben sich durch die individuelle nutzungsabhängige Auswahl des Dienstpakets (z.B. ohne Grundgebühr, aber hohem Minutenentgelt, mit Grundgebühr, aber geringem Minutenentgelt, Kombinationen aus Grundgebühren und Freieinheiten,…). Details dazu folgen später.

Rufnummern für private Netze

Rufnummern für private Netze, sogenannte „Corporate Networks“, (z.B. 050, 0517, 057, 059) dienen zur Zuordnung einer gemeinsamen Vorwahl- und Teilnehmernummer für mehrere Standorte eines Unternehmens. Zusätzliche Wahlziffern definieren das Ziel innerhalb des „Corporate Networks“. Das Gesprächsrouting (die Auswahl des Weges zur Übertragung des Gesprächs vom externen Rufenden zum Gerufenen im „Corporate Network“) erfolgt im Providerbereich. Der Anrufer kümmert sich nicht darum, wo sich genau innerhalb des Netzes der Teilnehmer befindet.

Anrufe in private Netze sind relativ teuer. Fragen Sie Ihren Anbieter nach den Minutentarifen.

Teilnehmernummern für Dial-Up-Zugänge (0718, 0804)

Dieser Nummernkreis ist reserviert für Wählzugänge zum Internet. Der 0804-Dienst ist gratis. Die Verrechnung für Rufe zu 0718 erfolgt auf Basis der Verbindungsdauer.

Teilnehmernummern im Bereich für standortunabhängige Rufnummern (0720)

Für Teilnehmer mit Standort-unabhängigen Festnetznummern. Es gelten gesonderte Tarifvereinbarungen je Provider.

Teilnehmernummern im Bereich für konvergente Dienste (ENUM) (0780)

Teilnehmer, die paketorientierte Sprachübertragung („Voice over IP“, „Internet-Telefonie“) nutzen, und deren Kontaktdaten in ENUM („E.164 NUMber Mapping“) registriert sind, erhalten Rufnummern aus diesem Bereich. Es gelten gesonderte Tarifvereinbarungen je Provider.

Teilnehmernummern im Bereich für Dienste mit geregelter Entgeltobergrenze (z.B. 0800, 0810, 0820)

Diese Rufnummern sind Zielnetz-tarifiert, das bedeutet für den Anrufer, dass er unabhängig von der Distanz zum gerufenen Dienst innerhalb Österreichs einen fixen Betrag pro Minute bezahlt bzw. der Anruf gratis ist. Für alle Rufnummern gilt, dass der Gerufene die entstehenden Gebühren des Anrufes vollständig oder teilweise übernimmt. Einsparungspotentiale bestehen hier hauptsächlich auf Dienstanbieterseite (z.B. durch Bereitstellung alternativer Dienstzugänge über das Internet mit Voice over IP).

Teilnehmernummern im Bereich für frei kalkulierbare Mehrwertdienste (z.B. 0900, 0901, 0930, 0931)

Diese Rufnummern sind Zielnetz-tarifiert, das bedeutet für den Anrufer, dass er unabhängig von der Distanz zum gerufenen Dienst einen fixen Betrag pro Minute bezahlt. Allerdings sind die maximal festgelegten Kosten pro Minute oder pro Ereignis (Anruf, SMS) sehr hoch. Einsparungspotentiale auf Seite des Rufenden bestehen hier hauptsächlich durch Vermeiden oder Sperren von Dienstanbietern.

Öffentliche Kurzrufnummern (mit „1“ beginnend, z.B. 11157 Telefonstörungsannahmestelle der Tele2)

Diese Dienste sind großteils gratis. Beispiele sind Notrufnummern, Ärztedienste, Wichtige Ausnahmen sind z.B. Telefonauskunftsnummern). Einsparungen bei kostenpflichtigen Dienste sind durch Nutzung alternativer Angebote (z.B. Telefonnummernabfrage über das Internet) möglich.

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Über den Autor:

Ronald Schlager ist unabhängiger Trainer, Consultant, Buchautor und Blogger mit den Schwerpunkten Kommunikationstechnologien und deren Anwendungen.

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