IoT – Welche Netzwerkkenntnisse sind notwendig?

Das Internet of Things (IoT) wird je nach Anwendungsgebiet (und daraus resultierenden Anforderungen) mit unterschiedlichsten Netzen realisiert. Dies bedingt vielfältiges Wissen Ihrer Mitarbeiter. Je nach (zukünftigem) Aufgabengebiet des Mitarbeiters, seiner Praxiserfahrung und seinen Vorkenntnisse ergibt sich völlig unterschiedlicher Trainingsbedarf.

Begriffsdefinition

Bisher kommunizieren Menschen über das Internet miteinander oder greifen auf Informationen zu. Deren Hilfsmittel sind Personal Computer (als Desktop-Computer, Notebook, Tablet oder ähnliches), Smartphones oder IP-Telefone.

Der Begriff „Machine-to-Machine“-Kommunikation (M2M) beschreibt, dass hier nicht Menschen, sondern Maschinen unmittelbar, selbständig und autonom Daten austauschen. Ist das Internet auf dem Datenpfad zwischengeschalten, um größere Distanzen zu überbrücken oder die Flexibilität der Kommunikationsbeziehungen zu erhöhen, spricht man vom „Internet der Dinge“ („Internet of Things“ (IoT)). In industrieller Umgebung vernetzen Firmen immer häufiger relativ autonom arbeitende und „selbstdenkende“ Produktionsmaschinen untereinander und mit Steuerungen, die wiederum mit Leitsystemen gekoppelt sind. So spricht man hier von „Industrie 4.0“.

IoT-Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete des Internets der Dinge sind äußerst vielfältig. Beispielhaft aufgezählt sind dies: vernetzte Fahrzeuge (z.B. „Connected Cars“, „Flottensteuerungen“), Textilien („Wearables“), Produktionsanlagen, Klimasysteme in Gebäuden, Sicherheitslösungen wie Videoüberwachungen, Brandschutzanlagen, Einbruch- und Überfallsmeldesysteme, Patientenmonitoring in Krankenanstalten, uvam.

IoT-Netzwerke

Die unterschiedlichen IoT-Anwendungen führen zu sehr unterschiedlichen Netzwerkarten, -topologien, -protokollen und –verwaltungsfunktionen. Natürlich sind auch unterschiedlichste Komponenten unter Berücksichtigung der jeweiligen Umgebungsbedingungen erforderlich. Das erfordert neuartige Netzwerkkenntnisse.

Informationen zu den IoT-Netzwerkkonzepten finden Sie in meiner Präsentation auf Slideshare:


http://de.slideshare.net/RonaldSchlager/networks-for-the-internet-of-things-iot
 

Trainings

Für die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern ist von folgenden Punkten auszugehen:

Bei Mitarbeitern, die sich sein längerem mit IoT-Themen beschäftigen, sind meist folgende Vorkenntnisse vorhanden (an zwei Beispielen erklärt):

  • Vertriebsmitarbeiter: IoT Geschäftsszenarien und –Anwendungen
  • Systemtechniker, -entwickler: Programmierung, IoT-spezifische Netzwerke und Protokolle

Fehlende Kenntnisse hingegen sind meist:

  • Vertriebsmitarbeiter: Geschäftsszenarien und –Anwendungen im klassischen Office-IT-Bereich (kaufmännische und technische IT), Verständnis für Anforderungen der Office-IT-Betreiber
  • Systemtechniker, -entwickler: klassische Office-IT-Netze und –Protokolle, Sicherheitsanforderungen

Bei Mitarbeitern aus der klassischen Office-IT-Umgebung sind meist folgende Vorkenntnisse vorhanden (an zwei Beispielen erklärt):

  • Vertriebsmitarbeiter: klassische Geschäftsszenarien und –Anwendungen des Unternehmens
  • Systemtechniker, -entwickler: Programmierung, Office-Netzwerke und -Protokolle

Fehlende Kenntnisse hingegen sind meist:

  • Vertriebsmitarbeiter: IoT Geschäftsszenarien und –Anwendungen
  • Systemtechniker, -entwickler: Anforderungen und Funktionen von IoT-Netzen und –Protokollen

Eine Auflistung allgemeiner Themen für IoT- oder Office-IT-Mitarbeiter, die je nach Bedarf zu schulen sind, finden Sie in meiner Slideshare-Präsentation:

 


http://de.slideshare.net/RonaldSchlager/required-networking-skills-for-the-internet-of-things-iot
 

Der konkrete Schulungsbedarf („Skills Gap“) ergibt sich einerseits aus dem Bedarf zur Spezialisierung auf ein Kernthema (IoT oder Office-IT), aber andererseits auch aus der Notwendigkeit, IoT-Lösungen und klassische Office-IT-Lösungen zu vernetzen. Durch eine entsprechende Aus- und Weiterbildung sollte das Verständnis für die Herausforderungen der jeweils andere Seite gefördert werden.

 

IoT-Ausbildungsplanung

Bei der Planung der Ausbildungsschritte ist auf folgende Punkte zu achten:

  • Das (zukünftige) Aufgabengebiet des Mitarbeiters (z.B. Vertrieb, Vertriebsunterstützung, Produktmanager, Systemintegrator, Entwickler,…)
  • Praxiserfahrung (z.B. Vertrieb von Netzwerklösungen im Office-Bereich, Troubleshooting von Industrienetzen)
  • Marktkenntnisse (z.B. Hersteller von Lösungen, Vertriebspartner, Marktentwicklungen, Know-how-Quellen)
  • Vorkenntnisse, formale Aus- und Weiterbildung (z.B. Lehre, Fachhochschule, Studium, Zertifizierungen, sonstige Bildungsmaßnahmen)

Beispiele für konkrete Seminarthemen finden Sie in oben genannter Präsentation und im nächsten Blogbeitrag.

Welche Themen sind für Sie wichtig? In welchen Bereichen fehlen Ihnen Ausbildungsangebote? Schreiben Sie Ihren Beitrag zu diesem Blog!

 

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Über den Autor:

Ronald Schlager ist unabhängiger Trainer, Consultant, Buchautor und Blogger mit den Schwerpunkten Kommunikationstechnologien und deren Anwendungen.

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