Mobile Device Management – Laufender Betrieb – Teil 2

Im ersten Artikel dieser Artikelserie über Mobile Device Management Systeme berichtete ich über allgemeine Aufgaben. Der zweite Artikel beschäftigte sich mit Aufgaben zur Bereitstellung (Provisioning) der Geräte und deren Inbetriebnahme. Der dritte Artikel behandelte einige wichtige Funktionen zur Unterstützung der IT-Mitarbeiter im laufenden Betrieb.

Dieser Artikel beschreibt weitere Funktionen von Mobile Device Management Systemen zur Unterstützung der IT-Mitarbeiter im laufenden Betrieb und zur Außerbetriebnahme von Smartphones und Tablets.

Verlust oder Diebstahl von Smartphones oder Tablets

Was tun, wenn ein Mobilgerät verloren geht oder gar gestohlen wird?

Wichtig ist die Lokalisierung von Geräten. Das bedeutet, dass Sie feststellen wollen, wo sich das abhanden gekommene Gerät befindet. Das kann durch Darstellung des Standortes in einer Landkarte wie z.B. Google Maps erfolgen. Damit lässt sich das Gerät leichter wieder auffinden und sein Weg nachverfolgen..

Wechselt der Dieb die SIM-Karte, sollte dies das Mobilgerät erkennen („SIM-Karten-Kontrolle“) und eine automatische Warnung (eine Nachricht) an den rechtmäßigen Besitzer senden.

Eine generelle oder selektive Sperre („Lock“) von Gerätefunktionen und Apps kann sinnvoll sein. Inwieweit ein generelles oder selektives Löschen von Daten („Wipe“) gewünscht oder erlaubt ist, ist mit Ihrem Rechtberater vor Inbetriebnahme der Funktion zu klären. Eine Sperre des gesamten Gerätes ist sicherlich nur bei firmeneigenen Geräten sinnvoll.

Helpdesk, Troubleshooting

Ihr Helpdesk erhält umfangreiche Unterstützung durch Smartphones und Tablets für eine automatische Problemdiagnose. Ist ein Profil-Update erforderlich, sollte dieser Update von remote erfolgen können. Zur Live-Unterstützung ist das Screensharing mit Remote-Benutzern hilfreich. Manche Systeme erlauben auch die verbale Kommunikation mit dem Anwender über Voice over IP ohne Aufbau einer Sprachverbindung über das öffentliche Mobilfunknetz.

Ortsspezifische Funktionen

Die Feststellung, wo sich ein Smartphone oder Tablet im Falle von Verlust oder Diebstahl befindet, habe ich schon weiter oben in dem Artikel über Verlust und Diebstahl mobiler Geräte beschrieben. Weiters interessant kann es sein, Bewegungsprofile festzulegen. Dies erlaubt die orts- oder geschwindigkeitsabhängige Festlegung von Regeln zur Gerätenutzung (z.B. Sperre des Gerätes ab einer Bewegungsgeschwindigkeit von 100 km/h um Unfälle zu verhindern, falls keine Freisprecheinrchtung in Einsatz ist). Diese Funktion heißt „Geofencing“. Voraussetzung dafür ist (meist) ein GPS-Empfänger im Gerät.

Weitere Anwendungsbeispiele sind die ortsabhängige Sperre von Kommunikationsschnittstellen (z.B. Bluetooth, USB, WLAN, WWAN) oder die Sperre von Gerätefunktionen (z.B. Kamera im Firmengelände, Sensoren, Speicher, SD Cards,…). Auch die ortsabhängige Sperre von Diensten kann wichtig sein (z.B. Telefonanrufe, Datenabfragen, Navigation, Löschen von Daten, Blockieren von Apps,…).

Kioskfunktion

In bestimmten Anwendungsfällen (z.B. Arzt oder Krankenschwester im Krankenhaus mit Tablet auf Patientenbesuch) ist die Kioskfunktion nützlich. Sie bietet die Bereitstellung fix definierter Anwendungen (z.B. um Patientendaten über eine speziell gestaltete Benutzeroberfläche einzugeben oder abzufragen). Dem Anwender stehen nur definierte Gerätefunktionen nach dem Bootvorgang zur Verfügung. Über das Mobile Device Management System lässt sich konfigurieren, welche der Geräteeigenschaften dem Anwender zur Verfügung stehen.

Außerbetriebnahme von Smartphones und Tablets

Zusätzlich zu den Funktionen und Leistungsmerkmalen von Mobile Device Management Systemen für die Inbetriebnahme und den laufenden Betrieb mobiler Geräte sind auch Aufgaben zur Außerbetriebnahme der Geräte zu beachten. Hier finden Sie einige Beispiele für Aufgaben.

Erkennt das Mobile Device Management System inaktive Geräte, so soll es diese sperren. Automatisierte oder manuell gesteuerte Backups von Daten, E-Mails oder SMS verhindern Datenverluste.

Die Daten eines Gerätes, das aus der Verwaltung ausgeschieden wird, sollten vollständig oder selektiv gelöscht werden, um Missbrauch zu verhindern. Ist das Gerät in Privatbesitz klären Sie zum Schutz privater Daten mit Ihrem Rechtsberater Ihre spezifische Situation. Das Mobile Device Management System sollte Möglichkeiten zur Verhinderung des vollständigen Löschens anbieten.

Das Recycling von ausgeschiedenen Geräten wird heute immer öfter von externen Dienstleistern angeboten. Fragen Sie Ihren Provider oder Anbieter von mobilen Geräten nach diesen Partnern.

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Resourcen

Links zum ThemaMobile Enterprise Management Seminar

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Seminar-Handouts “Mobile Enterprise Management
Buch: „Einfache Sicherheit für Smartphones und Tablets
Seminare zum Thema „Mobility
Ronald Schlager´s Blog über „Mobility“

Über den Autor

Ronald Schlager ist unabhängiger Trainer, Consultant, Buchautor und Blogger mit den Schwerpunkten Kommunikationstechnologien und deren Anwendungen.

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