Videokonferenzsysteme: Auswahl – Teil 1

Videokonferenzsysteme

Sie ergänzten in der Vergangenheit Ihre traditionellen ISDN-Telefonielösungen durch IP-basierende Systeme oder lösten dieses vollständig ab. Kosteneinsparungen, Effizienzsteigerungen, Optimierung von Geschäftsprozessen oder schlichtweg die Ersatzteilbeschaffung waren Ihre Triebfedern für diese Entwicklung.

Durch Videokonferenzsysteme steigern Sie in Ihrem nächsten Schritt IhrerProduktivität. Desktop- und Raumlösungen gibt es schon viele Jahre. Gerade zu Zeiten, in denen sehr rasch Entscheidungen zu treffen sind bieten Ihnen Videokonferenzsysteme viele Vorteile. Zugegeben, Sie kennen das schon sehr lange und vielleicht steht das eine oder andere System in Ihrem Unternehmen und wartet auf seinen Einsatz.

In den letzten Jahren entstanden viele neue Lösungen, die sehr flexibel und viel einfacher zu handhaben sind. Ein Klick auf einen Kontaktnamen oder einen Link genügt, und schon laden Sie Ihren Partner zur Videokonferenz ein. Die Anzahl mobiler Anwender nimmt sehr stark zu, daher sollten Sie auf die Unterstützung der wichtigsten Betriebssysteme der mobilen Geräte achten.

Videokonferenzsysteme

Buch: Auswahl von Videokonferenzsystemen

Der Teil 1 dieser Artikelserie beschäftigt sich mit grundsätzlichen Fragen, die bei der Auswahl Ihrer Videokonferenzsysteme und -dienste auftreten. Der folgende Teil 2 behandelt die eher technische Seite der Auswahlkriterien inklusive der Entscheidung, ob eine On-Premise-Lösung oder ein Cloud-Dienst für Sie in Frage kommt.

Strategien für Videokonferenzsysteme

Videokonferenzdienste sind möglicherweise bereits in Ihrem bestehenden Business-Telefonsystem verfügbar. Der Vorteil liegt in der guten Integration mit den Telefondiensten für Ihr Unternehmen (z.B. sind Ihre Telefonnutzer die gleichen, die auch Videodienste nutzen und somit gemeinsam zu verwalten). Sie erhalten am Markt auch eine große Zahl an dedizierten Raumsystemen mit speziellen Möbel mit integrierten Monitoren und Videokameras. Diese Lösungen sind meist Standalone-Systeme, die Sie mit Ihrer Telefonielösung bei Bedarf koppeln können. Die System- und Benutzerverwaltung erfolgt dabei getrennt von der Verwaltung der Telefonielösung. Einige Hersteller bieten spezielle Desktop-Systeme, die ebenfalls in einer separaten Systemumgebung laufen. Bestenfalls nutzen Sie eine gemeinsame Netzwerkinfrastruktur. Wieder andere Hersteller entwickelten eigene Hardware und Software für Personal Computer und weitere Lösungen arbeiten Browser-basierend. Immer mehr Anbieter betreiben Cloud-Dienste, die meist weltweit ohne großen Aufwand verfügbar sind.

Sie sehen schon, es gibt viele verschiedene Strategien, Videotelefonie und Videokonferenzen als Dienstleistung in Ihrem Unternehmen einzuführen.

Maximale Teilnehmerzahl

Definieren Sie die maximale Anzahl an Partnern, die an einer einzelnen Konferenz teilnehmen sollen. Definieren Sie aber auch die maximale Anzahl gleichzeitig stattfindender Videokonferenzen.

Bildqualität, Bildauflösung

Das Um und Auf einer Videokonferenzlösung ist die Art und Ausführung der unterstützten Kameras und der Qualität der Optik.

Tipp: testen Sie verschiedene Kameramodelle und achten Sie auf die Linsenqualität. Diese liefert Ihnen das perfekte Bild, ungeachtet von der Bildauflösung und der Bildfrequenz. Kameragehäuse werden zur permanenten Montage mit fixer Ausrichtung oder zum Schwenken, Neigen und Zoomen angeboten.

Fragen Sie Ihren Anbieter, welche sonstigen Systeme für den Betrieb im gewünschten Umfang erforderlich sind.

Bietet der Anbieter eine Browser-basierende Lösung, fragen Sie nach Browsertype und Version, damit Sie in Ihrem Unternehmen die richtigen Voraussetzungen schaffen.

Videosysteme unterstützen heute Bildauflösungen bis 3840 x 2160 Bildpunkte in der Ultra High Definition-Ausführung (4K UHD), standardisiert ist auch die Auflösung von 7680 x 4320 Bildpunkte in der Ultra High Definition-Version (8K UHD) (Quelle: http://www.itu.int/dms_pubrec/itu-r/rec/bt/R-REC-BT.2020-1-201406-I!!PDF-E.pdf) . Die aktuell unterstützten Bildfrequenzen („frames per second“) liegen bei 30 oder 60 Vollbilder pro Sekunde (progressive scan). In Labors erzielten Forscher bereits Werte bis 1.000 Bilder pro Sekunde (Quelle: http://downloads.bbc.co.uk/rd/pubs/whp/whp-pdf-files/WHP282.pdf).

Monitortechnik

Fragen Sie nach, wie viele Monitore mit welcher unterstützten Monitortechnologie je Endpunkt erforderlich sind. Die Videoschnittstellen der Monitore sollten sowohl Audio aus auch Video (bei integrierten Lautsprechern) digital übertragen. Je nach Anforderungen stehen verschiedene Montagevarianten mit mehreren Monitoren und Videowalls zur Verfügung.

Voraussetzungen im Datennetz

Fragen Sie Ihren Anbieter nach den Voraussetzungen in Ihren Datennetzen. Je nach Codierungs- und Übertragungstechnik fordert jeder Videostream hohe Upload- und Download-Bandbreiten. Unterschiede treten auch auf, ob Sie Videos live übertragen oder bereits archivierte Videos abrufen.

Im zweiten Teil dieser Artikelserie beschreibe ich technische Details von Videokonferenzsystemen. Verpassen Sie keinen weiteren Artikel und melden Sie sich zu Ronald Schlager´s Blog-Newsletter an.

Weitere Informationen:

Webinar:

Integration von Konferenzsystemen

Videokonferenzsysteme

Buch: Auswahl von Videokonferenzsystemen

Bücher:

Unified Communications Buyer’s Guide – Deutsche Ausgabe

Auswahl von Videokonferenzsystemen

Seminare:

Unfied Communications-Technologie – Teil I

Unified Communications-Technologie – Teil II

Unified Communications – Anforderungen an Netze

SIP-Protokoll – Details

Beratung:

Unified Communications Beratungspakete

Über den Autor:
Ronald Schlager ist unabhängiger Trainer, Consultant, Buchautor und Blogger mit den Schwerpunkten Kommunikationstechnologien und deren Anwendungen.

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