IPv6 – Lohnt sich ein Umstieg?

Vielen Menschen ist heute klar, dass die weitere Entwicklung des Internets ohne den Einsatz von IPv6 gestoppt würde. In den Medien finden Sie auch genug Informationen über die Adressengpässe auf den verschiedenen Kontinenten. Der Artikel beschreibt Gründe für den Umstieg auf das Internet Protocol v6.
Was viele Kunden interessiert, ist der konkrete Nutzen für das einzelne Unternehmen oder die IT-Abteilung beim Einsatz des IPv6-Protokolls.

Das „neue“ IPv6-Protokoll

Protokoll-technisch gesprochen gibt es verschiedene Unterschiede zwischen IPv6 und IPv4 (Highlights):

  • Ein neues Headerformat (das viele Menschen nicht wirklich interessiert)
  • Große 128-bit-Adressen (sehr wichtig)
  • Effiziente und hierarchische Adress- und Routing-Strukturen (das ist für Provider äußerst wichtig)
  • Statische und dynamische Adresszuordnung inkl. automatischer Adressauswahl (das bringt eine vereinfachte Konfiguration)
  • Integrierte Sicherheit (mit IPSec im Konzept vorgesehen, aber am Markt eher kritisiert)
  • Priorisierung mit “Flow Label” in IPv6-Header (kann für die Zukunft interessant werden, wenn immer mehr Multimedia-Verkehr zu übertragen ist)
  • Neues Neighbor Discovery Protocol löst ARP ab (kann die Verfügbarkeit des Netzes erhöhen)
  • Erweiterbar für zukünftige Anforderungen (ist wichtig für langfristige Entwicklungen, die wir heute noch nicht abschätzen können.

Der Nutzen von IPv6 für Firmenkunden

Es gibt selbstverständlich immer Gründe, nicht umzusteigen. Hier finden Sie Gründe, die dafür sprechen, IPv6 in Ihrem Netzwerk zu:

  • Die großen Adressen mit einer Länge von 128 Bits erlauben eine individuelle Adressvergabe für jedes Gerät (z.B. IP-Telefon), das weltweit damit eindeutig erreichbar ist.
  • Sie haben mit IPv6 nicht mehr die Notwendigkeit, Network Address Translation (NAT) einzusetzen (Problembeispiele: Voice over IP, mobile Anwender, VPN-Lösungen). Die damit verbundenen Probleme fallen weg.
  • Sie können auf vereinfachte Weise Adressen vergeben und verwalten. Dies ist speziell bei den Providern interessant.
  • Bei Einsatz mobiler Geräte wird es möglich werden, weltweit eindeutig über seine IPv6-Adresse auch unterwegs erreichbar zu sein. Das kann z.B. bei Smartphones oder Tablets wichtig werden (wir wollen nicht nur in das Firmennetz von außen einsteigen, sondern auch aus dem internen Netz unmittelbar ansprechbar sein).
  • Automatisch integrierte Sicherheitsfunktionen helfen die Netzwerksicherheit zu erhöhen. Mit den kryptographisch erzeugten IPv6-Adressen kann ich auf IP-Ebene entscheiden, wer mit mir kommunizieren darf.
  • Automatisch integrierte QoS-Funktionen sind wichtig für Streaming-Dienste (keine separate Priorisierungstechnik wie bei IPv4 erforderlich) und Content-Bereitstellung auf Hochleistungs-Server.
  • Die Netzwerkverwaltung vereinfacht sich durch hochentwickelte IP-Adressmanagement-Werkzeuge.
  • Providerwechsel (und IP-Adresswechsel) sind leichter durchführbar.

Was denken Sie? Implementieren Sie IPv6? Lehnen Sie IPv6 ab?

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