Quality of Service (QoS) Implementierung im Datennetz – Teil 3

Netzwerk Switch

Wie Sie hohe Sprachqualität in Thin Clients implementieren, lesen Sie hier. Der erste Artikel der Serie beschrieb Priorisierungsverfahren allgemein. Der zweite, wie Sie Priorisierung in Endgeräten implementieren.

Thin Client-Integration

Um dieses Thema anschaulicher zu beschreiben, wähle ich das Beispiel Citrix® HDX™ RealTime Optimization Pack für Microsoft Skype for Business in XenDesktop- und XenApp-Umgebungen.

Ausgangslage

Viele Kunden nutzen Thin Clients seit langer Zeit zur raschen Bereitstellung und einfachen Verwaltung vieler Anwendungen, die auf zentralen Terminal Server laufen. Der Anwender des Thin Clients greift über das Netzwerk auf diese zentralen Anwendungen zu.

Durch den Einsatz von Voice over IP-Softphone-Lösungen wird der Bedarf zur effizienten Integration in die VoIP-Lösung immer größer.

Sie können entscheiden, ob Sie die VoIP-Softphone-Software am Thin Client betreiben wollen, oder am Terminal Server.

Nutzen Sie das Softphone am Terminal Server, sind neben Tastatur-, Maus- und Monitordaten auch Sprach- und eventuell auch Videoinformationen mit hoher Qualität zu übertragen.

Zusätzlich kann, je nach Kundenkonfiguration, der Medienstrom während eines Telefonats zweiter Mitarbeiter, die Tür an Tür in z.B. Wien, arbeiten, über das Wide Area Network zum Terminal Server in z.B. München laufen und von dort wieder zurück nach Wien.

Das beeinträchtigt meist die Sprachqualität (speziell die größeren Laufzeiten und Laufzeitunterschiede).

Verkehrsoptimierung in Thin Clients

Um dies zu verhindern, hat Citrix das HDX™ RealTime Optimization Pack für Microsoft Skype for Business entwickelt. Kurz gesagt, teilt diese Lösung den Client in 2 Teile, der Benutzer-Schnittstelle auf der Thin Client-Seite zur Sprach- bzw. Videoein- und -ausgabe, und den Skype for Business-Teil im Terminal Server.

Eine ähnliche Funktion ist für Cisco Jabber und Avaya one-X Communicator und one-X Agent verfügbar (Quelle: https://support.citrix.com/article/CTX133024).

Somit lässt sich der Medienstrom im Datennetz auf kürzestem Weg mit anderen Clients austauschen (ohne Umweg über den zentralen Server).

Welche sonstigen Komponenten der Citrix-Lösung erforderlich sind, entnehmen Sie der Produktdokumentation (Quelle: https://www.citrix.com/content/dam/citrix/en_us/documents/products-solutions/delivering-microsoft-lync-to-xenapp-and-xendesktop-users.pdf )

Achten Sie aber auch auf Funktionseinschränkungen der Lösung.

Vorteil der Thin Client-Lösung

Dieser Lösungsansatz verbessert die Qualität (Quality of Service, QoS) und verringert den Bandbreitenbedarf (speziell wichtig über WAN-Strecken), die Ihnen dadurch für andere Anwendungen zur Verfügung steht.

XenApp und XenDesktop unterstützen DiffServ bei Medienstromübertragung über das Realtime Transport Protocol (RTP) und das Wifi Multimedia- (WMM-) Tagging für Wireless LANs (Bezeichnung der Arbeitsgruppe: IEEE 802.11e). Somit schaffen Sie mit dieser Lösung eine durchgehende Priorisierung des Medienstroms in Ihrem gesamten Netzwerk.

Quelle: https://support.citrix.com/article/CTX133024

Im letzten Artikel dieser Serie beschreibe ich, wie Sie Priorisierung in Switches und Router einrichten können.

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Weitere Informationen

Seminare:

Unified Communications-Technologie – Teil I

Unified Communications-Technologie – Teil II

Unified Communications: Anforderungen an Netze

SIP-Protokoll – Details

Seminarunterlagen:

Einsparungspotentiale der IP-Telefonie

Voice over IP-Technologie

Corporate Telephony Strategies for Enterprise Customers and Organizations (englisch)

Weitere Bücher von Ronald Schlager:

Siehe Buchthemen

Über den Autor

Ronald Schlager ist unabhängiger Trainer, Consultant, Buchautor und Blogger mit den Schwerpunkten Kommunikationstechnologien und deren Anwendungen.

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